Bereitschaft Rohrdorf

Bayerisches Rotes Kreuz

1966 – 1978

Bereits seit der Nachkriegszeit existierte im benachbarten Brannenburg eine Kolonne des Bayrischen Roten Kreuzes. Im Jahr 1966 über nahm Manfred Just aus Thansau dort das Amt des Kolonnenführeres. Als Ausbilder führte er unter anderem auch im Gemeindegebiet Rohrdorf Erste-Hilfe-Kurse durch. Ein 1974 veranstalteter Kurs führte zur Gründung einer Rot-Kreuz Gruppe in Rohrdorf. Zum Abschluss des Lehrgangs bildeten 12 Teilnehmer (6 Männer, 6 Frauen) eine Sanitätsgruppe, die organisatorisch zur Bereitschaft Brannenburg gehörte und von Manfred Just geführt wurde. Innerhalb kurzer Zeit wuchs diese Gruppe auf 22 Männer und 18 Frauen an. Neben Sanitätsdiensten bei örtlichen Veranstaltungen wurden die Mitglieder auch bei der Besetzung des in Brannenburg stationierten Krankenwagens aktiv. Darüber hinaus wurde in den Sommermonaten jeweils an Wochenenden an der Autobahnraststätte Samerberg (an der A8) eine mobile Wache eingerichtet.

1978 – 1986

Die mit Fahrzeug und Dienstraum ausgestatteten Helfer sollten Reisende medizinisch betreuen und in Notfällen erste Hilfe leisten. Später wurden diese Wachen durch Motorradstreifen ersetzt. Zu Übungs- und Ausbildungszwecken stellte die Gemeinde im alten Schulhaus in Rohrdorf einen Raum zur Verfügung. Im Jahr 1978 wurde für junge Leute im Alter von 12 bis 25 Jahren eine Jugendrotkreuzgruppe gegründet, die neben vielen anderen Aktivitäten auch bei Sanitätsdiensten (z.B. Wandertagsbetreuung in Raubling) zum Einsatz kam.
In den folgenden Jahren wuchs die Sanitätsgruppe nicht zuletzt durch Übertritte aus dem Jugendrotkreuz (JRK) an, sodass neue Aktivitäten ins Auge gefasst werden konnten. Es wurde angestrebt, einen regulären Nachtdienst in Rohrdorf zu besetzten. Nach langen (und teilweise zähen) Verhandlungen der Kolonnenführung mit dem Kreisverband Rosenheim konnte endlich im Mai 1982 ein ausgemusterter Krankenwagen der Gruppe übergeben werden. Nicht zuletzt wurde die durch die Gemeinde Rohrdorf unterstützt, die einen Teil der Versicherungskosten übernahm. Ab dem 1. Mai 1982 wurde mit diesem Fahrzeug eine Nachtdienst Rufbereitschaft eingesetzt, deren Besatzungen wöchentlich wechselten. Um ihnen während der Dienstzeit von 18.00 bis 6.00 morgens eine möglichst große Beweglichkeit zu ermöglichen, rufen Funkmeldeempfänger im Einsatzfall Fahrer und Beifahrer zu ihrem Fahrzeug. Seitens des Rettungsdienstes wurde dieser zusätzliche, rein ehrenamtliche Nachtdienst dankbar angenommen; bereits bis Jahresende konnten so viele Transporte verzeichnet werden, dass zeitweise seitens des Kreisverbandes der Einsatz des Fahrzeuges auf die Gemeinde Rohrdorf beschränkt wurde. Auch im Rahmen des Katastrophenschutzes wurde der Krankenwagen (KTW) eingesetzt, so z.B. bei einem Zugunglück im Bahnhof Rosenheim (70 Leichtverletzte) oder beim Betreuungseinsatz während der Blockade der Inntalautobahn im Oktober 1983.
Ein weiteres Fahrzeug, ein damals bereits 10- jähriger VW- Bus wurde in 400 Stunden von den Gruppenmitgliedern in Eigenleistung renoviert und als Mannschaftswagen im K- Schutz ausgebaut. Im November 1983 erfolgte die feierliche Einweihung beider Autos.

Aufgrund der gestiegenen Aktivitäten der Sanitätsgruppe und auch des JRK wurde der Übungsraum im alten Schulhaus allmählich zu klein. Auch die Schule drängte darauf, den Raum für Unterrichtszwecke zu nutzen, sodass man einen Ausbau des geräumigen Dachgeschosses des alten Schulhauses beschloss. Im November 1983 wurde entsprechender Nutzungsvertrag mit der Gemeinde Rohrdorf unterzeichnet. Mit dem Ertrag von 4500.- DM aus der Frühjahrssammlung und zahlreichen Sachspenden von Bürgern wurden die Ausbauarbeiten begonnen. Auf einer Fläche von 150 qm entstanden ein großer Übungsraum, Teeküche, sanitäre Einrichtungen sowie zwei Lagerräume. Der Ausbau wurde nach eintausend ehrenamtlichen geleisteten Stunden der damals ca. 18 aktiven Mitglieder im Frühjahr 1986 abgeschlossen.

1986 – 1988

Bei der am 20. Juli 1986 veranstalteten Einweihungsfeier wurde die Sanitätsgruppe vom damaligen Kreiskolonnenführer Bauer zur Frauenbereitschaft und Sanitätskolonne Rohrdorf ernannt. Damit erfolgte die “Abnabelung” von der Bereitschaft Brannenburg, eine enge Zusammenarbeit der beiden Kolonnen bestand jedoch weiterhin, z.B. in Form des regelmäßig mitbesetzten Wochenend- Tagdienstes in Brannenburg. Gleichzeitig übergab der Landrat der frischgebackenen Bereitschaft ein Katastrophenschutzfahrzeug (Viertrager) mit Anhänger und Ausrüstung. Dieses Fahrzeug ersetzte den bereits ausgedienten Mannschaftstransporter und war für den damals ins Leben gerufenen Katastrophenzug Inntal bestimmt, dem die Bereitschaft Rohrdorf mit einer Arztgruppe angehörte. Da auch der im Rettungsdienst eingesetzte KTW ausgemustert werden musste, wurde ein vom Kreisverband Rosenheim gestellter Wagen in rund 300 Arbeitsstunden mit Hochdach versehen. Neben einem größeren Platzangebot ermöglichte dies dem Beifahrer, sich stehend im Patientenraum zu bewegen. Es war das erste derartige Fahrzeug, das im Rettungsdienstbereich Rosenheim verwendet wurde.

1988

Bezüglich der Sanitätseinsätze stellte das Jahr 1988 hohe Anforderungen an die Frauenbereitschaft und Kolonne. Durch die 1200- Jahr- Feier der Gemeinden Neubeuern, Samerberg und Rohrdorf waren 57 größere Veranstaltungen zu betreuen. Auch die Zahl der Einsätze im Rettungsdienst verdoppelte sich gegenüber dem Vorjahr auf 224. Insgesamt wurden 19.881.768 Einsatzstunden geleistet.

1989 – 1993

Zur Vervollständigung der K- Schutzausrüstung, der neben Fahrzeugen und Verbandsmaterial auch ein Zelt angehört, wurde im Frühjahr 1989 ein Notstromaggregat beschafft. Die Finanzierung wurde durch eine großzügige Spende der Mütterinitiative Rohrdorf ermöglicht.
Im Februar 1989 fand auch der erste Wechsel in der Kolonnenführung statt. Manfred Just, der der Kolonne bis dato Vorstand, stellte sich nicht mehr für das Amt des Kolonnenführers zur Verfügung. Als sein Nachfolger wurde Manfred Stuffer gewählt. Die Führung der Frauenbereitschaft blieb in Händen von Brunhilde Schmid.
In diesem Jahr wurden noch etwa 40 Veranstaltungen betreut. Durch die Öffnung der deutsch/deutschen Grenze im September 1989 stand für alle bayrischen Rot- Kreuz- Verbände ein größerer Betreuungseinsatz an. Die Bereitschaft Rohrdorf beteiligte sich am Flüchtlingslager Freilassing und stellte K- Zelt, Feldbetten sowie freiwillige Helfer zur Verfügung.
Durch mangelnde finanzielle Unterstützung des Landes Bayern war an einen weiteren Ausbau des K- Zuges Inntal nicht zu denken. Daher wurde beschlossen, diesen Zug aufzulösen. Stattdessen sollten in Brannenburg und Rohrdorf Schnelleinsatzgruppen (SEG) entstehen. Diese aus sechs Sanitätern bestehenden Gruppen sind mit Fahrzeugen (des ehemaligen K- Zuges Inntal) und Material ausgestattet und sollen bei Großschadensereignissen in Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst eingesetzt werden.

1993

Im Februar 1993 standen wieder Neuwahlen auf dem Programm. Da der bisherige Kolonnenführer Manfred Stuffer nicht mehr antrat, wurden Irene Staudacher und Thomas Lößl als neue Führung der Bereitschaft gewählt. Außerdem gingen die bisher organisatorisch in Frauenbereitschaft und Kolonne getrennten Mitglieder einstimmig in eine Rot- Kreuz- Gemeinschaft über. Die beiden Führer dieser Gemeinschaft waren gleichberechtigt.
Für den Rettungsdienst bekam die Gemeinschaft in diesem Jahr wieder einen “neuen”, von Rosenheim ausgemusterten Sanka, der in 500 Stunden Arbeit renoviert wurde, und im Oktober 1993 seinen Dienst antrat. Der “alte KTW” wurde als SEG Fahrzeug umgebaut, sodass der Fuhrpark der Gemeinschaft auf drei Fahrzeug und einem Anhänger anwuchs.
Aufgrund der ständigen Zunahme der Einsätze wurde der Nachtdienst ab Oktober 1993 im Wochenrhythmus zwischen Rohrdorf und Brannenburg aufgeteilt.
1993 kam ein Teilerlös des Weihnachtsmarktes in Achenmühle der Gemeinschaft Rohrdorf zugute. Von der großzügigen Spende in Höhe von 26.000,- DM wurden medizinische Diagnosegeräte, sowie K- Schutzaustattung beschafft.

1994 – 1995

Ein großes Problem stellte die Unterbringung des doch recht angewachsenen Fuhrparks und der Ausrüstung dar. Die bisherigen Unterstellmöglichkeiten in Thansau und Rohrdorf mussten zudem noch innerhalb kürzester Zeit geräumt werden. Daher wurde ein Neubau von Garagen und Lagerraum beschlossen. ein geeignetes Grundstück stellte die Gemeinde in der Florianstraße in Rohrdorf zur Verfügung. Nach Verhandlungen mit dem Kreisverband nicht zuletzt wegen der Kosten von geschätzt ca. 200.000 DM konnte im Juli 1994 der erste Spatenstich erfolgen.

1996

Da der alte KTW bereits mehr als 350 000 km gefahren war, wurde im Oktober 1996 “neuer” von der Rettungswache Kiefersfelden ausgemusterter Mercedes Benz angeschafft. Die Kosten hierfür übernahm das Zementwerk Rohrdorf. Auch für die SEG wurde vom Katastrophenschutz ein weiteres Fahrzeug in Rohrdorf abgestellt. Ein Arzttruppwagen samt K- Schutzmaterial. Somit war die Anzahl der Fahrzeuge der Gemeinschaft Rohrdorf auf 4 Fahrzeuge und einen Anhänger angestiegen.

1997 – 1999

Im Februar 1997 standen wieder Neuwahlen an. Thomas Lößl wurde als Bereitschaftsleiter bestätigt, Irene Staudacher gab ihr Amt an Josef Heiss ab und Christian Burmer wurde SEG Leiter.

1999 – 2000

Bereits im Juni 1999 wurde erneut ein neuer KTW angeschafft. Der „alte“ hat nun schon mehr als 280 000 km. Erneut spendete das Zementwerk Rohrdorf die Anschaffung und die Renovierung des neuen Fahrzeuges.

2001

Im Februar 2001 standen Neuwahlen an. So wurde Thomas Lößl erneut in seinem Amt bestätigt, Stellvertreter wurde Koll Christoph.

2002 – 2004

Im Jahr 2002 wurde dann die größte bisherige Anschaffung des BRK Rohrdorf getätigt: Der Bau eines neuen BRK-Heims. Die Gemeinde stellte uns dafür den Grund neben den Garagen in der Florianstraße zur Verfügung. Durch den Hausbau stehen uns nun ein eigener Schulungsraum, eine Küche mit Wohnraum, zwei Schlafzimmer, ein Büro und ein eigener Raum für das JRK zur Verfügung. Neue Autos KTW, Viertrager

2004 – 2006

Im Jahr 2004 fanden wieder Neuwahlen statt. Herr Lößl ließ sich nicht mehr für sein Amt aufstellen. Stattdessen wurde Christoph Koll Bereitschaftsleiter. Zum Stellvertreter wurde Martin Antretter ernannt.

2006 – heute

2006 wurde dann die SEG Technik und Sicherheit in Rohrdorf eingeführt. Dazu wurde der alte KTW zu unserem TuS-Auto umgebaut.